Welche Hochdividendenwerte gibt es? Teil2: Master Limited Partnership

Wer als Einkommensinvestor Hochdividendenwerte sucht, hat in den USA ein wesentlich größeres Auswahlspektrum als bei uns. Eine interessante Anlage mit hohen Ausschüttungen bietet dort zum Beispiel die Master Limited Partnership (MLP). 

 

Vom Gesellschaftskonstrukt ähnelt die MLP der deutschen KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien) - mit dem Unterschied, dass die KGaA bei uns keine steuerliche Sonderstellung gegenüber AG's genießt, die MLP unter bestimmten Bedingungen schon. Master Limited Partnerships gibt es in den USA seit 1981, nach jetzigem Recht seit 1987. Sie wurden damals ins Leben gerufen, um bevorzugt Energie-Infrastrukturprojekte zu finanzieren und dafür einen vorteilhaften rechtlichen Rahmen zu bieten. 

 

MLPs mit Energie-Geschäftsmodellen steuerbegünstigt 

 

Wie die deutsche KG ist die MLP eine Personengesellschaft (Partnership) mit zwei Arten von Gesellschaftern, dem persönlich haftenden Komplementär und begrenzt haftenden Kommanditisten. Der Komplementär (General Partner = Unternehmensbetreiber) hält nur 2 Prozent der Anteile, den Kommanditisten gehören 98 Prozent. Die Kommanditanteile sind keine Aktien, werden aber als verbriefte Wertpapiere wie Aktien an Börsen gehandelt. Die Ausschüttungen sind formaljuristisch keine Dividenden, sondern Gesellschaftergewinne. 

 

Der Steuervorteil der MLP besteht darin, dass ausgeschüttete Gewinne nur auf Gesellschafterebene und nicht auf Ebene der Gesellschaft besteuert werden. Dadurch wird eine Doppelbesteuerung wie bei Kapitalgesellschaften vermieden. Voraussetzung für die Anerkennung als MLP ist, dass mindestens 90 Prozent der Gewinne im Energiebereich erzielt werden und eine fast vollständige Ausschüttung an die Gesellschafter erfolgt. Von diesem Steuervorteil profitieren vor allem US-Steuerinländer. 

 

Ansehnliche Renditen, vierteljährliche Ausschüttung 

 

Es gibt etwa 80 handelbare Titel am Markt. Die Partnerships sitzen überwiegend in den USA, einige auch in Offshore-Ländern. Die meisten MLPs betätigen sich im Bereich von Rohrleitungen (Pipelines) für Öl und Gas. Für den Transport der Energiestoffe wird eine "Maut" berechnet. Das garantiert langfristig stabile und gut kalkulierbare Erträge mit überschaubarem Risiko. Das gilt auch für andere energiebezogene Geschäftsmodelle von Master Limited Partnerships. Die Renditen bewegen sich in einer Range von 5 bis 12 Prozent p.a.. Ausschüttungen erfolgen üblicherweise vierteljährlich, es gibt also einen kontinuierlichen Ausschüttungsfluss. Von daher sind MLPs per se interessante Hochdividendenwerte, auch wenn formal keine Dividenden gezahlt werden. 

 

MLP-Ergänzung im Portfolio 

 

Ein Wermutstropfen ist die steuerliche Behandlung für ausländische Anleger. Hier kann es zu zusätzlichen Belastungen sowohl aufgrund des US-Steuerrechts als auch aufgrund des deutschen Steuerrechts kommen, je nachdem wie die Ausschüttungen fiskalisch qualifiziert werden. Umgehen lässt sich das mit Zertifikaten oder speziellen Fonds (ETFs) mit MLP-Bezug. Grundsätzlich können MLPs eine interessante Ergänzung in einem Hochdividenden-Portfolio sein. Es lohnt sich daher, sich näher mit ihnen zu befassen.