Vorteile von Hochdividendenwerten und der Dividendenstrategie

Bei der Dividendenstrategie investierst Du als Anleger gezielt in Hochdividendenwerte. Das sind Aktien mit überproportionalen Ausschüttungen im Verhältnis zum Kurs. Das Ziel besteht in einem möglichst hohen und regelmäßigen Dividendeneinkommen. Kursgewinne sind nicht unwichtig, stehen aber nicht im Vordergrund. Nachdem wir uns im letzten Beitrag mit der Kritik an Dividendenstrategien auseinandergesetzt haben, wollen wir diesmal mehr auf die Vorteile von Hochdividendenwerten eingehen. 

 

Auf das Modigliani-Miller-Theorem haben wir bereits im erwähnten Beitrag hingewiesen. Es besagt, dass unter idealtypischen Bedingungen eines vollkommenen Kapitalmarktes, bei Steuerneutralität und der Abstraktion von Transaktionskosten die Dividendenpolitik für den Aktienwert irrelevant ist. Ein Dividendeninvestor fährt danach nicht besser als ein normaler Aktienanleger, im Gegenteil: durch die gezielte Beschränkung auf dividendenstarke Werte - Stockpicking - geht er sogar unter Umständen spezifische Risiken ein. 

 

Sieben gute Gründe für ein Dividenden-Investment 

 

Die Realität sieht allerdings etwas anders aus. Dann gibt es doch einige Argumente für Dividenden-Investments. Hier die wichtigsten zusammengefasst: 

 

1. Steuern: in der Theorie spielen Steuern keine Rolle, tatsächlich aber schon. Denn Ausschüttungen werden steuerlich anders behandelt als einbehaltene Gewinne. Besonders interessant sind Aktien, die "steuerfrei" sind und nur auf Aktionärsebene besteuert werden. Dazu gehören REITs, die per Gesetz das Gros ihrer Gewinne ausschütten müssen - also Hochdividendenwerte per se. 

 

2. Eher solide und "gesunde" Werte: hohe Ausschüttungen können sich auf Dauer nur Unternehmen leisten, die auch entsprechende Gewinne erwirtschaften - und zwar nicht nur einmalig, sondern nachhaltig. Wenn Du Dividendenaktien kaufst, investiert Du daher mit einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit in ein solides und profitables Unternehmen - eine Garantie ist das natürlich nicht. 

 

3. "Erziehungseffekt" für das Management: die Ausschüttungserwartungen der Aktionäre bei Dividendenwerten wirken "disziplinierend" auf das Management. Es achtet dann eher auf eine Geschäftspolitik, die solche Ausschüttungen ermöglicht - fast wie eine self fulfilling prophecy. 

 

4. Investition statt Spekulation: Dividendeninvestoren sind daran interessiert, ihre Aktien zu halten - denn sonst würde der Dividendenfluss stocken. Spekulanten setzen dagegen auf schnelle Kursgewinne. Das Investieren wird aber in der Wissenschaft generell als der überlegene Ansatz bei Aktienkäufen angesehen. Wer spekuliert, verliert (meistens). 

 

5. Kein Renditereihenfolgerisiko: Dividendenausschüttungen fließen relativ kontinuierlich und gleichbleibend. Für Einkommen aus Aktien müssen keine Papiere verkauft werden (Realisierung von Kursgewinnen). Damit entgehen Dividendeninvestoren dem sogenannten Renditereihenfolgerisiko. Es tritt bei Desinvestitionen im Kontext mit Renditeschwankungen im Zeitablauf auf. 

 

6. Freie Gewinnverwendung: über ausgeschüttete Gewinne kann der Aktionär frei entscheiden und für den Zweck verwenden, der ihm den höchsten Nutzen stiftet. Einbehaltene Gewinne sind letztlich Dispositionsmasse des Unternehmensmanagements. Ob sie in eine rentierliche Verwendung fließen, ist nicht sicher. Das ist einer der Gründe, warum Aktienkäufer häufig Werte mit hohen Dividenden bevorzugen. 

 

7. Passives Einkommen: wer ein passives Einkommen anstrebt, hat mit Dividendenwerten die richtige Wahl getroffen. Einmal gekauft, muss man für den Dividendenfluss eigentlich kaum noch etwas tun, nicht mal mit Aktien handeln. 

 

Dividenden immer besser? 

 

Also auf Dividenden setzen statt auf Kursgewinne? Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es trotzdem nicht. Es kommt auf Deine persönlichen Präferenzen an. Wenn Du ein laufendes Einkommen aus Aktien willst, bist Du mit Dividenden-Investments gut aufgestellt. Spielt das eine untergeordnete Rolle, kann auch eine andere Strategie sinnvoll sein.