Warum ist das einkommensorientierte Investieren hierzulande nicht so bekannt?

Mit Aktien lässt sich gut regelmäßiges Einkommen aufbauen - die Dividenden sorgen dafür. Doch im Gegensatz zu anderen Ländern, wo das Aktiensparen traditionell Teil der Altersvorsorge ist, setzt man in Deutschland bei der Rente immer noch bevorzugt auf das Sozialversicherungssystem. Doch das wird angesichts des demografischen Wandels immer brüchiger. 

 

Wie kommt es, dass bei uns der Einkommensinvestor nach wie vor eine Ausnahmeerscheinung ist? Und welche guten Gründe, gibt es für Dich, trotzdem eine regelmäßiges Einkommen mit Aktien anzustreben? Zunächst ein paar Fakten: die Bundesbürger sind nach wie vor Aktienmuffel. Gerade mal 20 Prozent des Geldvermögens sind in Aktien und Fonds angelegt - darunter auch viele Renten- und Mischfonds. Etwa nur jeder sechste Deutsche besitzt Aktien oder Aktienfonds. Und längst nicht jede Aktie oder jeder Fonds im Portfolio ist für regelmäßige Einkommenserzielung geeignet. 

 

Einseitige Sicht auf Aktien-Investments 

 

Ein Grund für die Reserviertheit liegt in einer falschen, zumindest einseitigen Sicht auf Aktien-Investments vieler Anlager. Aktien werden häufig mit Spekulation und hohen Kursrisiken gleichgesetzt. Dabei vernachlässigt man, dass das Risiko durch Streuung nachhaltig reduziert werden kann. Die Dividende als weitere Ertragskomponente neben möglichen Kursgewinnen bzw. - verlusten wird häufig übersehen. Zu Unrecht, denn es gibt jede Menge dividendenstarker Titel, deren Dividendenrendite sich nicht hinter den mageren Zinsen auf dem Sparbuch verstecken muss. Auch eigene Negativerfahrungen aus der Vergangenheit mit "Aktienversuchen" - Stichworte: Dotcom-Blase, Finanzkrise - mögen für die Zurückhaltung mit verantwortlich sein. Verluste haben in Crash-Zeiten haben aber vor allem diejenigen gemacht, die ihre Aktien in Panik verkauft haben. Wer langfristig, dauerhaft und breit gestreut in Aktien investiert, kann eigentlich kaum etwas verkehrt machen. An diesem Bewusstsein fehlt es. 

 

Risiken traditioneller Alterssicherung verkannt 

 

Mancher Bundesbürger mag auch noch nicht realisiert haben, auf welch wackeligen Beinen das gesetzliche Rentensystem und andere Vorsorgeinstrumente stehen. Die Rentenversicherung ist durch die alternde Gesellschaft belastet. Verlängerung der Lebensarbeitszeit und Renten, die immer weniger den gewohnten Lebensstandard gewährleisten - darauf müssen sich künftige Rentner einstellen. Hinzu kommt: die private Kapitallebens- oder Rentenversicherung als weiteres Standbein der Altersvorsorge leidet massiv unter den anhaltenden Niedrigzinsen und rentiert sich kaum noch. Bei anderen verzinslichen Kapitalanlagen sieht es nicht besser aus. Eine Zinswende ist auf absehbare Zeit nicht zu erwarten. 

 

Konsequenz: systematisch Aktienvermögen aufbauen 

 

Dabei ist es keine große Kunst, mit systematischem Sparen ein ansehnliches Aktienvermögen aufzubauen und daraus regelmäßiges Dividendeneinkommen zu generieren. REITs, dividendenstarke Versorger und Konsumwerte - es gibt viele Möglichkeiten. Je früher Du damit anfängst, umso besser - dann kannst Du Dich später über eine ansehnliche Zusatzrente freuen.