Welche ausschüttungsstarken Finanzinstrumente gibt es für Einkommensinvestoren?

Ein Einkommensinvestor ist ein Investor, der mit Kapitalanlagen möglichst hohe, stabile und regelmäßige Einnahmen erzielen möchte - eine Art Rente. In Idealform erfüllt zwar kaum ein Finanzinstrument alle diese Anforderungen. Einige kommen dem Gewünschten aber doch recht nahe. Wir wollen im Folgenden einige Anlageformen bezüglich ihrer "Ausschüttungskraft" näher unter die Lupe nehmen: 

 

1. Dividendenaktien: sind Klassiker für Einkommensinvestoren. Dabei handelt es sich um Aktien von Unternehmen, die im Rahmen ihrer Dividendenpolitik ständig hohe Teile ihres Gewinns ausschütten. Meist gehören sie der sogenannten "Old Economy" an. Typische Beispiele: Versorger, Finanzdienstleister oder Konsumgüterhersteller. Dividendenwerte per se sind REITs - bestimmte Immobilieninvestmentgesellschaften. Sie müssen kraft Gesetz fast ihren kompletten Gewinn ausschütten. 

 

2. Aktienähnliche Rechte mit Ausschüttungen: hier sind in erster Linie Genussrechte und Genossenschaftsanteile zu nennen. Genussrechte stellen ein Mittelding zwischen Aktie und Anleihe dar. Die Verzinsung bzw. Gewinnbeteiligung ist höher als bei "normalen" Anleihen. Genossenschaftsanteile - zum Beispiel an Volks- und Raiffeisenbanken - werden wie Aktien mit Dividenden bedient. Allerdings sind meist nur geringe Beteiligungen (wenige hundert/tausend Euro) möglich. 

 

3. Immobilien: versprechen konstante Mieterträge und sind ebenfalls ein Ausschüttungswert per se. Die Mietrendite wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst - Alter, Lage und Zustand des Objektes, aber auch vom Kaufpreis. Investoren, die sich keine ganze Immobilie leisten können, haben die Möglichkeit, über (offene) Immobilienfonds den Einstieg zu finden. Immobilienfonds bieten dabei den zusätzlichen Vorteil der Risikostreuung. 

 

4. Kapitallebens- und Rentenversicherungen: versprechen als Vorsorgeinstrumente später eine regelmäßige Rente oder einen Kapitalstock als Grundlage für eine "Verrentung". Während der Ansparphase finden keine Ausschüttungen statt. Renten bestehen aus Kapital- und Ertragsanteilen. Das Modell Lebensversicherung leidet unter den niedrigen Zinsen und ist dadurch unattraktiv. 

 

5. Anleihen: bieten kontinuierlich konstante Erträge = Zinsen. "Gute" Staatsanleihen sind für Einkommensinvestoren wegen niedriger, manchmal sogar negativer Renditen uninteressant. Höhere Erträge versprechen Anleihen "mit Risiko". Das sind Papiere von Emittenten mit schlechterer Bonität oder einer Ausgestaltung, bei der Anleiheinhaber mithaften. Beispiele: Hochzinsanleihen (Junk Bonds), Mittelstandsanleihen, Nachrangige Anleihen. Der Preis für höhere Zinsen ist das größere (Ausfall-)Risiko. 

 

6. Beteiligungen: unternehmerische Beteiligungen als Gesellschafter bieten Teilhabe am Gewinn und aktive Mitwirkungsrechte (Ausnahme: stille Teilhaberschaft). Auch geschlossene Fonds (Gebäude, Erneuerbare Energien, Schiffe, Flugzeuge usw.) sind eine Form der unternehmerischen Beteiligung. Die Ausschüttungen hängen vom Erfolg des jeweiligen Geschäftsmodells ab. 

 

7. Crowdlending & Crowdinvesting: ermöglichen Beteiligungen an Finanzierungen über entsprechende Internet-Plattformen mit der Aussicht auf überdurchschnittliche Erträge. Mal agiert man mehr als Kreditgeber (Crowdlending) oder mehr als echter Investor (Crowdinvesting) - meist mit kleineren Beträgen. 

 

8. Derivate: ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl an Instrumenten, deren Wertentwicklung sich von einem Basiswert ableitet. Beispiele: Optionen, Futures, viele Zertifikate, ETC's, CFD's. Das Ziel besteht hier primär in der (kurzfristigen) Erzielung von Kursgewinnen. Ausschüttungen sind nicht vorgesehen. Derivate sind oft hoch risikobehaftet. Für Einkommensinvestoren kommen sie - außer evtl. für Absicherungszwecke - nicht in Betracht.