Was genau sind Hochdividendenwerte?

Einkommensinvestoren wollen mit ihren Kapitalanlagen ein möglichst hohes regelmäßiges Einkommen erzielen. Kontinuierliche Ausschüttungen bzw. Erträge sind dabei wichtiger als Kursgewinne. Das Investment in Hochdividendenwerte ist ein Ansatzpunkt, um dieses Ziel zu verwirklichen.

 

Es gibt keine offizielle Definition, wann man genau von einem Hochdividendenwert spricht. Allgemein wird darunter ein Aktientitel verstanden, der über längere Zeit eine deutlich überdurchschnittliche Dividendenentwicklung erwarten lässt. Dabei zählt die absolute Höhe der Dividende manchmal mehr als die Dividendenrendite, die auch durch Kursschwankungen beeinflusst sein kann.

 

Einige Kriterien für Hochdividendenwerte 

 

Woran erkennst Du nun Hochdividendentitel? Hier sind vier Kriterien, die bei der Auswahl zu berücksichtigen sind: 

 

1. Kontinuierliche Dividendenerhöhungen: Hochdividendenwerte zeichnen sich oft durch im Zeitablauf steigende Dividenden aus. Erfolgen Dividendenerhöhungen über mehr als 25 Jahre ohne Unterbrechung, spricht man gar von Dividendenaristokraten. Selbst wenn das Ausgangsniveau gering sein mag, durch die laufenden Anhebungen wird irgendwann fast automatisch ein Hochdividendenniveau erreicht.

 

2. Dividendenstabilität: hohe Dividenden bringen wenig, wenn es sich um "Eintagsfliegen" handelt. Nur wenn die Ausschüttungen über lange Zeiträume stabil hoch sind, liegen Hochdividendenwerte vor. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn es in den vergangenen 15 Jahren keine Dividendenkürzung gab.

 

3. Dividendenwachstum: auch die Steigerungsrate zählt. Es gibt Aktien mit einem stürmischen Dividendenwachstum, andere treten dagegen eher auf der Stelle. Tendenziell sind Titel mit einer dynamisch nach oben zeigenden Dividendenentwicklung vorzuziehen.

 

4. Dividendenrendite: die Dividendenrendite ist einerseits wichtiges Vergleichskriterium, andererseits zu hinterfragen. Denn sie wird stets von den Ausschüttungen und von den Kursen bestimmt. Bei sinkenden Kursen steigt die Dividendenrendite - selbst wenn Ausschüttungen unverändert bleiben. Deshalb solltest Du auch noch andere Kriterien betrachten - zum Beispiel die unter Nr. 1 bis 3 genannten oder die Ausschüttungsquote (Anteil der Ausschüttungen am Jahresüberschuss). 

 

Dividendenpolitik und Ertragslage 

 

Die Dividendenhöhe bei Unternehmen wird wesentlich von der Ausschüttungspolitik bestimmt. Es gibt Branchen, die traditionell eher ausschüttungsorientiert sind - zum Beispiel Versorger, Konsumgüterhersteller oder Finanzdienstleister. Sie gehören meist der sogenannten "Old Economy" an. In Wachstumsbranchen wird dagegen tendenziell mehr thesauriert, um Investitionen zu finanzieren. Natürlich spielt auch die wirtschaftliche Situation des jeweiligen Unternehmens eine zentrale Rolle. Nur Unternehmen mit guter bis sehr guter Ertragslage können sich auf Dauer hohe Ausschüttungen leisten. 

 

Hochdividendenwerte kraft Gesetz 

 

REIT's sind Aktiengesellschaften, die kraft Gesetz hohe Dividenden zahlen. Nach dem deutschen REIT-Gesetz müssen mindestens 90 Prozent des Gewinns ausgeschüttet werden. In anderen Ländern existieren ähnliche Vorgaben. Ein REIT investiert sein Vermögen in Immobilien oder immobilienbezogene Werte und lebt von deren Erträgen. Das garantiert bereits relativ sichere hohe Ausschüttungen. Im Unterschied zu anderen AG's unterliegen deutsche REIT's nicht der Körperschaft- und Gewerbesteuer. Die Besteuerung findet nur auf Aktionärsebene statt - das ist ein zusätzlicher Vorteil. 

 

Die beste Strategie auch bei Hochdividendentiteln ist Streuung. Ein guter Mix aus verschiedenen Aktien stellt sicher, dass es bei hohen Dividendenerträgen bleibt.