Von Dividenden leben - welche Herausforderungen habe ich als Dividenden-Rentner zu meistern?

  Von Dividenden leben - welche Herausforderungen habe ich als Dividenden-Rentner zu meistern? 

 

Von Dividenden leben - das ist wohl der Wunschtraum manches Aktienbesitzers, der seinen Lebensunterhalt noch als Angestellter bestreitet. Jahrzehntelange "Lohnknechtschaft" oder die Freiheit eines Rentiers ? Die Wahl fällt nicht schwer, am liebsten würde man als Sofortrentner starten. Doch ganz so einfach ist das nicht. 

 

Es bedarf schon einer bewussten Dividendenstrategie - und eines ansehnlichen Aktienvermögens. Ein simples Beispiel macht dies deutlich. Bei einer angenommenen Dividendenrendite von 4 Prozent benötigt man - ohne Kapitalverzehr - für ein Dividendeneinkommen von 36.000 Euro p.a. ein Aktienvermögen von 900.000 Euro. Bei 2 Prozent ist es doppelt so viel.

 

Gezielte Dividendenstrategie für mehr Dividendeneinkünfte 

 

Dieses Vermögen für die Altersvorsorge will erst mal aufgebaut sein. Vielen gelingt dies nicht, andere brauchen dafür Jahrzehnte. Große Sprünge lassen sich mit 3.000 Euro brutto im Monat - wie im Beispiel unterstellt - auch nicht machen. Besser haben es Aktionäre, die noch andere Einkünfte haben. Rentner beziehen eine gesetzliche Rente, wer eine Immobilie besitzt, kann darin wohnen und spart die Miete oder vermietet selbst. Das für den Lebensunterhalt nötige Aktienvermögen reduziert sich dann deutlich. Dennoch müssen viele wohl bis zur Rente warten, um (auch) von Dividenden leben zu können. 

 

Bei gegebenem Vermögen lässt sich das Dividendeneinkommen durch Hochdividendenwerte verbessern. REITs sind Dividendenwerte per se, denn sie müssen fast ihren kompletten Gewinn ausschütten. Aber auch andere Aktienunternehmen sind für ausschüttungsorientierte Dividendenpolitik bekannt. Traditionell zählen dazu Versorger und Unternehmen der sogenannten "Old Economy". Es kommt aber immer auf das Unternehmen an. 

 

Streuung hilft gegen Dividendenschwankungen 

 

Warum sollte man überhaupt auf Dividenden als Einkommensquelle setzen? Weil Unternehmen sich üblicherweise um Dividendenkontinuität bemühen. Manche haben sogar ein kontinuierliches Wachstum ihrer Ausschüttungen eingeplant. Das macht Dividendeneinkünfte vergleichsweise gut kalkulierbar. Allerdings: garantiert sind Dividenden nicht. Dividendenkürzungen finden zwar selten statt, aber es gibt sie. Hier lautet der Rat: die Mischung macht's. Mit verschiedenen Dividendenwerten im Portfolio lässt sich das Risiko eines drastischen Einkommenseinbruchs reduzieren. 

 

Liquiditätspuffer aufbauen und bewahren 

 

Dennoch sollte mit Schwankungen bei Dividendeneinkünften gerechnet werden. Ein Liquiditätspuffer hilft, den Lebensstandard zu sichern, auch wenn die Dividendenerwartungen mal nicht erfüllt werden. Dann aber nicht vergessen, die Reserve wieder aufzufüllen, wenn es besser läuft als gedacht. 

 

Was tun gegen Wechselkursrisiken 

 

Hohe Dividenden sind schön und gut, bringen aber wenig, wenn sie in schwächelnden ausländischen Währungen gezahlt werden. Wechselkursverluste können Dividendenrenditen beeinträchtigen. Wer auf "heimische" Dividendenwerte setzt, entgeht diesem Risiko. Die sind nicht immer so lukrativ. Theoretisch ist auch eine Absicherung über Devisentermingeschäfte möglich. Das verursacht aber Kosten und erfordert Know How. Der gute Nachricht: wer langfristig Kapital aufbaut und nutzt, benötigt nicht unbedingt Absicherung. Denn erfahrungsgemäß halten sich Wechselkurseffekte dann in Grenzen, Schwankungen gleichen sich im Zeitablauf aus. 

 

Dividendeneinkommen mit Kapitalverzehr? 

 

Wer sein Dividendeneinkommen für die Zeit nach der Erwerbstätigkeit plant, sollte auch an systematisches Entsparen denken. Bei Kapitalverzehr wird ein geringerer Kapitalstock benötigt und man kann ggf. schon früher als Dividenden-Rentner starten. Bei der Berechnung empfiehlt es sich, Experten zu Rate zu ziehen. Die Kalkulation ist komplex.