Wie verwende ich mein passives Einkommen z.B. aus Reits?

Ein Einkommensinvestor möchte mit Geldanlagen möglichst hohe und regelmäßige Einkünfte erzielen. Das gelingt zum Beispiel durch Investments in Reits und andere Dividendenwerte. Ein solches passives Einkommen - das heißt ein Einkommen, das nicht durch aktive Arbeit erzielt wird - will nicht nur verdient, sondern auch richtig verwendet werden. Dafür gibt es verschiedene Strategien, die wir hier vorstellen. 

 

Eine generelle Empfehlung zum Vorgehen existiert nicht. Es kommt auf die jeweiligen Ziele an. Soll mit Rückflüssen weiter Kapital aufgebaut werden? Wird das Geld für andere Zwecke - zur Lebenshaltung, für die Erfüllung von Wünschen usw. - benötigt? Von der Antwort auf solche Fragen hängt die Strategie ab. Auch die Höhe des Vermögens und der Einkünfte spielt eine Rolle. 

 

Strategien im Überblick 

 

Grundsätzlich sind folgende Vorgehensweisen denkbar: 

 

- Thesaurierung: das Wort stammt aus dem Alt-Griechischen und bedeutet so viel wie "Schatzanhäufung". Tatsächlich werden Erträge und Rückflüsse hier einfach wieder angelegt. Dadurch wird zusätzliches Vermögen gebildet und es entsteht ein Zinseszins-Effekt. Das ermöglicht später ein höheres Einkommen. Wichtig ist, dass bei der Wiederanlage die ursprüngliche Portfolio-Struktur erhalten bleibt. 

 

- Entnahme der Erträge: ein anderer Ansatz besteht darin, nur Ausschüttungserträge - Dividenden, Zinsen - zu entnehmen, die Vermögenssubstanz aber unangetastet zu lassen. Besteht das Vermögensportfolio überwiegend aus Aktienanlagen, kann mit einiger Wahrscheinlichkeit erwartet werden, dass über Kursgewinne ein Inflationsausgleich erreicht wird. Problem dieser Entnahmestrategie: oft reichen die Erträge für das gewünschte Einkommen nicht aus. 

 

- Entnahme konstanter Beträge: wird auf ein bestimmtes Einkommen abgestellt, kommt die Entnahme jährlich konstanter Beträge - ggf. inflationsangepasst - in Betracht. Je nach Kapitalstock und Entnahmehöhe ist dann auch ein teilweiser Kapitalverzehr denkbar. Wie lange so eine Strategie funktioniert, hängt u.a. von der Performance der Portfolio-Titel ab. Irgendwann ist das Kapital dann unter Umständen aufgebraucht - bei schlechter Aktienentwicklung früher, bei guter später. 

 

- Entnahme konstanter Anteile: eine Strategie, die schwankende Performance stärker berücksichtigt, stellt auf die Entnahme prozentual konstanter Anteile ab, zum Beispiel jedes Jahr 5 Prozent. Bei schlechter Aktienentwicklung wird dann weniger entnommen als bei guter. Außerdem wird der Kapitalverzehr quasi ins Unendliche verlängert. Im Zeitablauf sinken die Entnahmen automatisch. Der Nachteil ist: das Einkommen schwankt je nach Börsenlage und wird tendenziell geringer - ungünstig für Einkommensinvestoren, die auf ein konstantes passives Einkommen Wert legen. 

 

- Mischstrategien: natürlich ist es auch möglich, Strategien zu kombinieren - zum Beispiel mit einer 50/50 Strategie. Bei einer solchen Hybridstrategie wird die Hälfte des Vermögensportfolios mit betragsmäßig konstanten Entnahmen entspart, die andere Hälfte mit prozentual konstanten Entnahmen. Das gewährleistet ein regelmäßiges Grundeinkommen mit einem performanceabhängigen Zusatzeinkommen und der Kapitalverzehr erfolgt langsamer als bei Entnahme konstanter Beträge. 

 

Entnahmen rechtzeitig planen 

 

Dieser Überblick zeigt: wenn Du ein regelmäßiges Einkommen aus Deinem Vermögen ableiten möchtest, solltest Du bereits beim Vermögensaufbau planen, welche Entnahmestrategie gefahren werden soll. Die Planung der Entnahmen ist mindestens genauso wichtig wie die Planung der Vermögensbildung.