Welche unterschiedlichen REIT-Instrumente für Sammelanlagen gibt es?

REITs - Real Estate Investment Trusts - funktionieren ähnlich wie offene Immobilienfonds, mit dem wesentlichen Unterschied, dass man hier als Investor keine Fondsanteile erwirbt, sondern Aktionär wird. Wenn auch das Risiko bei REITs überschaubar bleibt, besteht trotzdem bei manchem Anleger der Wunsch, REIT-Investments breiter zu streuen. Vielleicht geht es Dir auch so. 

 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dies zu realisieren. Wir stellen Sie Dir hier vor. Es handelt sich überwiegend um Fonds-Lösungen, aber nicht nur. Jede hat ihre spezifischen Vor- und Nachteile.

 

1. Income Trusts  Income Trusts sind ein in Kanada, aber auch in Australien genutztes Konstrukt, das ähnlich wie REITs den größten Teil seiner Erträge an Aktionäre ausschüttet. Investiert werden kann in Immobilien, Wertpapiere und sonstige Instrumente mit kontinuierlichen Zahlungen. Die kanadischen Steuervorteile für Income Trusts wurden inzwischen stark eingeschränkt. Nicht betroffen sind immobilienbezogene Income Trusts. Ein solcher Income Trust stellt im Prinzip nichts anderes dar als einen REIT. 

 

2. REITbezogene Investmentfonds  Investmentfonds investieren nach dem Prinzip der Risikostreuung in eine Vielzahl an Werten. Ein REITbezogener Investmentfond (!) engagiert sich entsprechend in diversen REITs und ist daher einem Dachfonds ähnlich. Mit einem solchen Fonds kann man von der Entwicklung von REITs in unterschiedlichen Märkten profitieren - sogar im globalen Maßstab. Der Schwerpunkt der Investmentfonds liegt üblicherweise in den USA und dort auf Equity-REITs, einfach weil hier die meisten REITs existieren.

 

3. Closed-end Funds  Closed-end Funds sind ein US-Konstrukt, dessen deutsche Übersetzung "geschlossener Fonds" zum Teil falsche Vorstellungen weckt. Denn ein US-Closed-end Fonds ist ein börsennotierter Wert, deutsche "geschlossene Fonds" dagegen nicht. Gemeinsam ist beiden Fondsformen, dass es eine geschlossene Zahl an Anteilen/Beteiligungen gibt. Ein REITbezogener Closed-end Fund ähnelt REITs, die nicht in Immobilien, sondern wiederum in andere REITs investieren. Er verfolgt damit ein ähnliches Konzept wie REITbezogene Investmentfonds. 

 

4. Exchange Trade Funds (ETFs)  Börsennotiert sind auch Exchange Traded Funds - kurz ETFs. Ein ETF ist fast immer ein Indexfonds. Im Fondsportfolio sind Werte in genau der Zusammensetzung enthalten wie im jeweiligen Bezugsindex. Ein REITbezogener Exchange Traded Fund bezieht sich auf einen Index, der die Entwicklung von REITs abbildet. Das Fondsportfolio ist dann ein exaktes Spiegelbild des REIT-Indexes. Daraus folgt logisch: der ETF kann sich nicht besser entwickeln als der Index, aber auch nicht schlechter. REITbezogene ETFs besitzen den großen Vorteil, dass sie besonders kostengünstig sind. Ansonsten stellen sie eine besondere Variante von REITbezogenen Investmentfonds dar. 

 

5. Zertifikate  Auch Zertifikate zeichnen in ihrer Wertentwicklung oft Indizes nach, zum Beispiel REITbezogene Indizes. Im Unterschied zu ETFs handelt es sich aber um Schuldverschreibungen, nicht um Fonds. Während das ETF-Vermögen als Sondervermögen vor der Insolvenz der Fondsgesellschaft geschützt ist, ist das bei Emittenten von Zertifikaten nicht so. Hier ist man im Insolvenzfall Gläubiger und wird aus der Insolvenzmasse bedient (oder auch nicht). 

 

Fazit  Der Wert aller solcher "Sammelanlagen" hängt wesentlich davon ab, welche Investments sich konkret hinter ihnen verbergen. Es empfiehlt sich daher, nicht einfach nur auf bestimmte Instrumente zu setzen, sondern auch die dahinter stehende Investment-Strategie zu prüfen. Davon abgesehen bieten Dir Sammelanlagen eine gute Möglichkeit, um breit gestreut mit REITS ein schönes laufendes Einkommen zu generieren.