Welche unterschiedlichen REIT-Instrumente zum Investieren gibt es?

REIT - dieses Kürzel steht für Real Estate Investment Trust - ein Unternehmen, das ein ähnliches Geschäftsmodell wie ein Immobilienfonds verfolgt. Allerdings erwirbst Du hier keine Fondsanteile, sondern Du bist als Aktionär (oder in anderer Form) beteiligt - mit allen Chancen und Risiken. 

 

In Deutschland ist bisher nur wenig von dieser Unternehmensform Gebrauch gemacht worden. REITs lassen sich fast an einer Hand abzählen. Das mag an den restriktiven gesetzlichen Vorgaben liegen. In den Vereinigten Staaten, wo REITs wesentlich flexibler gehandhabt werden können, sieht das ganz anders aus. Hier gibt es hunderte REITs, die USA bilden den größten REIT-Markt weltweit. Entsprechend vielfältig sind die Investment-Möglichkeiten. Auch in anderen Ländern ist die Regulierung offener. Wie Du als Einkommensinvestor in REITs investieren kannst, dazu der nachfolgende Überblick - mit Fokus auf die USA. 

 

1. Baby Bonds  Baby Bonds sind verzinslich Anleihen mit niedrigen Nennwerten, die in den USA nicht nur, aber bevorzugt von REITs ausgegeben werden. Da dort normalerweise Nennwerte von 1.000 Dollar bei Bonds üblich sind, zählen bereits Anleihen in Stückelungen von 25, 50 oder 100 Dollar zu "Baby-Werten". Ein Baby Bond ist "eine sichere Bank". Du erhältst festgelegte Zinszahlungen und am Ende der Laufzeit den Rückzahlungsbetrag. Ebenso überschaubar wie das Risiko ist die Rendite. Das ist der Preis der Sicherheit. 

 

2. Preferred Shares  Preferred Shares würde man deutsch vielleicht mit Vorzugsaktie übersetzen. Allerdings sind "US-Vorzüge" etwas anders gestaltet. Sie bieten einen garantierten Dividendenanspruch und Inhaber haften im Konkursfall erst nach den Stammaktionären. Sie sind daher eher den deutschen Genussrechten oder nachrangigen Anleihen vergleichbar. Wegen des geringfügig größeren Risikos im Vergleich zu Bonds ermöglichen Preferred Shares etwas höhere Renditen.

 

3. Equity REITs  Equity REITs investieren ihr Vermögen ganz überwiegend in Immobilien und sind dem deutschen REIT-Konstrukt vergleichbar. Die Erträge stammen primär aus Vermietung von Objekten. Das unternehmerische Risiko bleibt daher überschaubar. Als (Stamm-)Aktionär eines Equity REITs kannst Du Dich über stabile Dividenden mit einer hohen Ausschüttungsquote freuen. Das Risiko ist etwas größer als bei Vorzügen. 

 

4. Hybrid REITs  Hybrid REITs verfolgen eine Doppelstrategie: sie investieren sowohl in Immobilien als auch in grundpfandrechtlich besicherte Papiere (Mortgages = Hypotheken). Es werden auch Kredite an Immobilien-Investoren vergeben. Da solche Papiere und Kredite trotz Sicherheiten ausfallgefährdet sind und zum Teil Kursrisiken bestehen, sind die Aktien von Hybrid-REITS riskanter als beim reinen Equity-Investment. Dafür lassen sie eine höhere Risikoprämie erwarten. Dank des gemischten Portfolios bleibt das Risiko begrenzt. 

 

5. MortgageREITs  Mortgage REITs stellen wohl die riskanteste Variante von REITs dar. Sie investieren ganz oder überwiegend in Mortgages oder vergeben Immobilien-Kredite. Das eigenständige Immobilien-Investment spielt eine untergeordnete Rolle. Die Entwicklung des Immobilien- und des Aktienmarktes bestimmt die Kurschancen und -risiken. Aktien von Mortgage REITs haben ein spekulatives Element. 

 

Fazit  Welches Investment in REITs für Dich in Betracht kommt, hängt von Deiner Einstellung zu Rendite und Risiko ab. Durch eine gute Mischung verschiedener Investments lässt sich das Risiko streuen. Bei Investments in US-REITs ist auch das Wechselkursrisiko zu berücksichtigen, weil die Papiere in Dollar notieren. Gegen Wechselkursschwankungen ist eine Absicherung möglich. In REITs investieren bietet dir eine interessante Alternative zu herkömmlichen Immobilien-Investments.