Welche Vorteile und Nachteile haben REITs - Real Estate Investment Trusts?

Weißt Du was ein REIT ist? Wenn nicht, befindest Du Dich in guter Gesellschaft. Den meisten Bundesbürgern, darunter auch solchen, die sich intensiver mit Kapitalanlagen befassen, sind Real Estate Investment Trusts - kurz REITs - kein Begriff. Das liegt daran, dass es diese Investmentform bei uns noch nicht lange gibt und das Konstrukt bis dato nicht häufig genutzt wird. Deutsche REITs kann man fast an einer Hand abzählen. Im internationalen Maßstab ist das anders. 

 

Ein REIT funktioniert ähnlich wie ein offener Immobilienfonds - mit dem Unterschied, dass man hier nicht Fondsanteile erwirbt, sondern Aktien eines börsennotierten Unternehmens. Während Fondsanteile Ansprüche an ein Sondervermögen darstellen, das auch bei Insolvenz der Fondsgesellschaft erhalten bleibt, besteht ein solcher Insolvenzschutz bei REITs nicht. Hier trägt man als Aktionär unternehmerische Verantwortung. Das Insolvenzrisiko ist allerdings aufgrund des Geschäftsmodells und der gesetzlichen Vorgaben sehr überschaubar und eher theoretischer Natur.

 

G-REITs - Deutsche Real Estate Investment Trusts

 

Ein REIT nach deutschem Recht (manchmal auch G-REIT) genannt - ist immer eine börsennotierte Aktiengesellschaft. Rechtsgrundlage bildet das REIT-Gesetz von 2007. Das Vermögen von G-REITs muss zu mindesten 75 Prozent aus Immobilien bestehen und mindestens 75 Prozent der Einnahmen sind aus Immobilienbewirtschaftung zu erzielen. Immobilienhandel ist G-REITs untersagt. Dadurch sollen spekulative Immobiliengeschäfte unterbunden werden. G-REITS müssen über eine Mindesteigenkapitalquote von 45 Prozent verfügen und mindestens 15 Prozent der Aktien müssen sich im Streubesitz befinden. 

 

REITs dürfen in Gewerbe-, Büro- und Wohnimmobilien investieren. Untersagt ist der Erwerb von Bestandswohnimmobilien, die vor dem 1. Januar 2007 errichtet wurden. Für REITs gelten besondere Steuervorteile. Sie sind von der Körperschaftsteuer und der Gewerbesteuer befreit. Die Besteuerung findet nur auf Ebene der Aktionäre statt (Kapitalertragsteuer bzw. Abgeltungsteuer). Neben den genannten gesetzlichen Vorgaben ist auch Voraussetzung, dass mindestens 90 Prozent des erzielten Gewinns als Dividende ausgeschüttet werden. Damit sind REITs kraft Gesetz ein interessanter Dividendenwert - insbesondere, wenn Du als Einkommensinvestor unterwegs bist.

Hohe Ausschüttungen und geringes Risiko 

 

REITs gibt es nicht nur in Deutschland, sondern in mehr als zwanzig Ländern weltweit. Das REIT-Land schlechthin sind die USA. Hier existieren mehrere hundert Gesellschaften. Die REIT-Gesetzgebungen sind überall ähnlich, aber nicht deckungsgleich. In den USA findet man zum Beispiel auch REITs, die in Immobilienkredite investieren (Mortgage REITs) oder gemischte Portfolios aus Immobilien und Krediten verwalten (Hybrid-REITs).

Die Ausschüttungsorientierung gehört überall zum Prinzip. Oft wird die Dividende sogar unterjährig gezahlt, viele Gesellschaften betreiben schon kraft Gesetz eine "Managed Distribution Policy" - das heißt, sie schütten regelmäßig und de facto garantiert eine Dividende aus. 

 

Damit kommen REITs vor allem für Investoren in Betracht, die auf kontinuierliche und ansehnliche Rückflüsse aus Investments Wert legen. Nicht umsonst engagieren sich institutionelle Investoren wie Pensionskassen oder Pensionsfonds gerne in REITs. Hinzu kommt, dass das REIT-Geschäftsmodell vergleichsweise risikoarm und gut kalkulierbar ist. REITs sind daher attraktiv für sicherheitsorientierte Anleger, die mit Aktien Geld verdienen wollen. REIT-Aktien stellen Werte mit Substanz dar. Kursschwankungen halten sich in Grenzen. Das gilt allerdings auch für Kursphantasien. Die REIT-"Ausschüttungsphilosophie" lässt keine spektakulären Kursgewinne zu. 

 

Insgesamt bieten REITs eine interessante Variante des Immobilien-Investments mit hoher Dividendenrendite und eignen sich gut, um Risikostreuung bei Geldanlagen zu betreiben.