REITs wie STAG Industrial - Fluch oder Segen für uns Dividendeninvestoren?

Der Begriff "REITs / REIT" ist hierzulande nur einem begrenzten Anlegerkreis ein Begriff. Zu Unrecht, denn das REIT-Investment bietet eine Möglichkeit, eine hohe Dividendenrendite zu erzielen, da diese Anlageform per se auf hohe Ausschüttungen ausgerichtet ist. Für einen erfolgreichen Dividendeninvestor kommt es natürlich darauf an, die "richtigen" REITs zu identifizieren und ins Dividendenportfolio aufzunehmen - zum Beispiel STAG Industrial.

Was heißt "REITs / REIT" überhaupt?

Zum besseren Verständnis zunächst eine Erklärung, was ein REIT ist. Das Kürzel steht für "Real Estate Investment Trust" und ist eine Kapitalsammelstelle, die Anlegergelder sammelt, um sie in Immobilien zu investieren. Immobilien-Erwerb, -Management und -Verwaltung sind denn auch das Kerngeschäft von REITs. Die ersten REITs wurden in den 1960er Jahren in den USA gegründet, das Modell hat seither Nachahmer in anderen Ländern gefunden. In Deutschland sind REITs seit dem Jahre 2007 als besondere Form der steuerbegünstigten Immobilien-Aktiengesellschaft zugelassen.

Ein solcher REIT zahlt bei uns keine Körperschaftsteuer und keine Gewerbesteuer, wenn mindestens 90 Prozent des erzielten Jahresüberschusses an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Damit ist ein REIT ein Dividendenwert qua Gesetz. Die Besteuerung findet ausschließlich auf der Ebene der Aktionäre statt. Trotz dieser günstigen Regelungen sind REITs in Deutschland bisher nicht sehr verbreitet. Das mag daran liegen, dass mit (offenen) Immobilienfonds eine seit langem eingeführte Anlage-Alternative zur Verfügung steht.

REIT-Investment am Beispiel STAG Industrial

Dennoch lohnt es sich, REIT-Investments näher zu betrachten - konkret am Beispiel STAG Industrial. STAG Industrial ist ein REIT aus den USA. Das Unternehmen mit Sitz in Boston ist noch jung. Es wurde erst im Jahre 2010 gegründet und ist seit 2011 an der Börse notiert. Insofern besteht nur eine begrenzte Dividenden-Historie. Der Investment-Fokus von STAG Industrial liegt - wie der Name andeutet - auf Industrie-Immobilien in den Vereinigten Staaten. In diesem Sinne hat das Unternehmen bisher rund 370 Objekte in 37 US-Bundesstaaten erworben. Der Marktwert liegt (Stand Mitte 2018) bei rd. 4,3 Mrd. US-Dollar.

Eine Besonderheit bei STAG Industrial ist die monatliche Didividendenzahlung. Wer STAG-Aktien besitzt, kann sich über einen kontinuierlichen Zahlungsfluss freuen - fast wie bei Mieteinnahmen. Seitdem das Unternehmen an der Börse ist, werden stetig Dividenden gezahlt und zwar mit steigender Tendenz. Erreichte die Dividende zum Beispiel 2014 noch umgerechnet 1,06 Euro pro Aktie, wird in diesem Jahr mit 1,22 Euro gerechnet. Die Dividendenrendite lag in den letzten Jahren mindestens bei fünf Prozent, in der Regel sogar darüber. Die Ausschüttungsquote bewegte sich - bezogen auf das operative Ergebnis - bei mindestens 100 Prozent. Das heißt, das was STAG Industrial in seinem eigentlichen Geschäft erwirtschaftet, wird auch an die Aktionäre ausgeschüttet.

Gut, um das Dividendenportfolio zu diversifizieren

Da es sich um einen US-Wert handelt, ist die Dividenden-Höhe auf Euro-Basis wechselkursabhängig. Das kann Chance und Risiko zugleich bedeuten. Ansonsten bietet die STAG-Aktie eine interessante Möglichkeit, ein Divididendenportfolio auch mit Immobilien-Werten zu diversifizieren und dabei von einer konsequent auf Ausschüttungen ausgerichteten Geschäftspolitik zu profitieren. Wenn sich das STAG-Immobilien-Investment weiter positiv entwickelt, besitzt die Aktie gute Aussichten für weitere Dividenden-Dynamik.