Wichtige Kennzahlen für Dividenden-Investoren

Wenn Du beim Aktieninvestment eine Dividenden-Strategie verfolgst, schaust Du vor allem auf "dividendenstarke" Werte. Mit der gezielten Auswahl solcher Aktien konntest Du in den vergangenen Jahren Renditen erzielen, die die von verzinslichen Anlagen bei Weitem übertrafen. Bei der Daimler-Aktie lag die Dividendenrendite zum Beispiel 2017 bei über fünf Prozent. Welche Geldanlage bei einer Bank kann das bieten?

Wichtig ist es bei einer Dividendenstrategie, lukrative Dividendenwerte zu identifizieren. Dazu werden in der Praxis verschiedene Dividenden-Kennzahlen eingesetzt. Mit ihnen wollen wir uns in diesem Beitrag näher beschäftigen. Du erfährst in diesem Sinne mehr zu Dividende, Dividendenrendite, Auszahlungsquote und Dividendenwachstumsrate und was diese Kennzahlen für Deine Dividenden-Strategie bedeuten.

1. Dividende:

Die Dividende ist der Teil des Gewinns, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Die Auszahlung findet unmittelbar nach dem entsprechenden Hauptversammlungs-Beschluss statt. Der angegebene Dividendenbetrag ist immer die Ausschüttung pro Aktie und unabhängig vom aktuellen Aktienkurs. Wird eine Dividende von 5 Euro pro Aktie ausgeschüttet und Dir gehören 100 Aktien, erhältst Du also eine Ausschüttung von 500 Euro. Unternehmen bemühen sich in der Regel darum, ihre Dividenden wenigstens stabil zu halten. Man nennt das auch Dividendenpolitik. Muss die Dividende gesenkt oder gar gestrichen werden, gilt das als schlechtes Signal. Deshalb wird nur "im Notfall" davon Gebrauch gemacht, um die Aktionäre nicht zu verprellen.

2. Dividendenrendite:

Als Dividendenrendite bezeichnet man das Verhältnis von Dividende zum Aktienkurs. Sie gibt an, wie sich die Aktie dividendenmäßig "verzinst" und wird oft zum Vergleich verschiedener Aktien genutzt. Die Berechnung ist einfach und läuft nach der Formel:

Dividendenrendite = Dividendenbetrag pro Aktie / Aktienkurs x 100

Bei einem Dividendenbetrag von 5 Euro pro Aktie und einem Aktienkurs von 150 Euro ergibt sich demnach eine Rendite von 5 / 150 x 100 = 3,33 Prozent. Schwankt der Aktienkurs, schwankt auch die Dividendenrendite, selbst wenn sich der Dividendenbetrag nicht verändert. Das ist bei Vergleichen immer mit zu berücksichtigen.

3. Auszahlungsquote:

In der Regel schütten Unternehmen nur Teile ihres Gewinns als Dividenden aus. Der Rest wird einbehalten - zum Beispiel, um damit Investitionen zu finanzieren. Die Auszahlungsquote (oft auch Ausschüttungsquote) gibt an, wie viel anteilsmäßig vom erzielten Jahresüberschuss an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Eine Auszahlungsquote von 25 Prozent bedeutet also, dass ein Viertel des Jahresüberschusses an die Aktionäre fließt. Bei hohen Auszahlungsquoten sind die Spielräume für weitere Dividendenerhöhungen gering, weil schon ein Großteil des Gewinns ausgeschüttet wird. Liegt die Auszahlungsquote über 100 Prozent, ist eher mit einer Dividendenherabsetzung zu rechnen. Bei niedrigen Ausschüttungsquoten ist dagegen noch "viel Luft nach oben".

4. Dividendenwachstumsrate:

Die Dividendenwachstumsrate gibt an, um welchen Prozentsatz sich der Dividendenbetrag durchschnittlich pro Jahr in einem bestimmten Betrachtungszeitraum verändert hat. Daraus wird einerseits auf die Ertragskraft eines Unternehmens geschlossen, andererseits auf die Aussichten für weitere Dividendenerhöhungen. Bei Unternehmen mit im Zeitablauf stabilen Dividenden beträgt die Dividendenwachstumsrate Null. Unternehmen mit dynamischem Dividendenwachstum weisen positive zweistellige prozentuale Wachstumsraten auf.

Bei allen genannten Kennzahlen ist zu beachten, dass es sich immer um vergangenheitsbezogene Werte handelt. Eine in der Vergangenheit festzustellende Entwicklung kann, muss sich aber nicht in der Zukunft fortsetzen. Daher sollte Deine Dividenden-Strategie nicht alleine darauf aufbauen.